Endlich war ich in Georgien angekommen, auch wenn es nur ein kurzer Besuch bis zur armenischen Grenze sein sollte. Das Land empfing mich zunächst sehr gemütlich, während ich bei bestem Radlwetter auf der verlassenen Hauptstraße weitertrudelte.

Nach wenigen Kilometern packte es mich wieder, und ich fuhr, der Karte folgend, einen mir persönlich eher liegenden Weg mitten durch die Pampa. Zuerst war ich noch begeistert, als ich durch kleine Bauerndörfer kam und mich Jahrzehnte zurückversetzt fühlte. Nach einiger Zeit wurde ich jedoch immer nervöser, denn die als normale Landstraße ausgewiesene Route verwandelte sich zunehmend in einen steinigen Lehmweg. Schließlich fand ich mich mitten durch eine Wiese auf grob verteilten Pflastersteinen und Spurrinnen wieder.


Zu allem Überfluss zog sich der Himmel immer mehr zu, es wurde von Minute zu Minute dunkler, und langsam setzte auch Regen ein. Glücklicherweise handelte es sich zu diesem Zeitpunkt nur um einzelne Schauer, sodass ich dazwischen gemütlich mein Zelt aufbauen konnte. Diesmal wirkte der Zeltplatz sehr dystopisch: Direkt hinter mir führte eine Brücke ins Nichts. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass sie weiterhin als Rangiergleis einer Industrieanlage genutzt wird.


Eigentlich wäre ich gerne abseits weitergefahren, aber die bisherigen Seitenstraßen und der Regen zwangen mich, wieder auf die Hauptstraße auszuweichen. Das Wetter besserte sich leider nicht, sodass ich bis zur armenischen Grenze durch ein trübes, nasses und kaltes Ödland weiterfuhr.
