Unterwegs nach Slemani und die Suche nach einem Bett

Der nächste Morgen begann schließlich wieder mit einem Gewitter. Gerne hätte ich es ausgesessen, aber aufgrund der immer knapper werdenden Lebensmittel und der Entfernung bis nach Slemani machte ich mich dann in dem Unwetter, inklusive Gegenwind, auf den Weg.
Völlig durchnässt kam ich schließlich am frühen Nachmittag in der letzten großen Stadt an und ging direkt zum ersten Geldautomaten (ATM), der auch endlich wieder Geld für mich ausspuckte.

Auf der Suche nach einem billigen Hotel wurde ich dann immer wieder mit „Full“ abgelehnt. Gefühlt lag das eher an meinem nassen und matschigen Auftreten als an tatsächlich besetzten Zimmern. Glücklicherweise hielt mich ein Taxifahrer an, fragte, ob er mir helfen könnte, und führte mich zur billigsten Unterkunft in Slemani. Zuerst war nur eine komplette Gruppenunterkunft mit mehreren Betten frei, die ich komplett für 10€ mieten konnte. Der Taxifahrer diskutierte aber weiter, denn ich sagte ja: billig. Letztendlich schlug ich mein Nachtlager in der Abstellkammer auf. Es war trocken, es waren Betten darin und kostete nur 2,50€ – was wollte ich mehr?
Gestern bin ich dann noch die 80 km bis nach Said Sadiq gefahren und mache mich heute auf den Weg, die Grenze in den Iran zu überqueren. Übrigens regnet es immer noch. So hatte ich mir meine Zeit in dieser Gegend nicht ganz vorgestellt. Dafür ist die Landschaft weitaus interessanter, als ich es mir erhoffen hätte können.
Es kann sein, dass ich mich mal wieder eine Zeit lang nicht melde, da ich einerseits wieder eine SIM-Karte benötige und Seiten wie Facebook und Instagram meines Wissens nach im Iran gesperrt sind.
Platten, Benzin und 1.000 Höhenmeter
Was für ein verrückter Tag. Früh bin ich im strömenden und nicht stoppenden Regen aufgewacht, sodass ich das Zelt pitschnass einpacken musste.

Kaum ging es die ersten 5 km bergauf und ich hatte trotz des schrecklichen Wetters doch noch gute Laune, platzte mir der hintere Reifen. Dabei war nicht nur der Schlauch kaputt, sondern der Mantel ist mal wieder gerissen. Ich schätze mal, dass der Decathlon-Reifen einfach nicht für das Gewicht ausgelegt war.
Ich hatte aber Glück und hatte die Panne direkt gegenüber einer Tankstelle, so dass ich gleich zu Tee und Schokolade eingeladen wurde. Zu guter Letzt bekam ich noch eine Flasche Benzin für den Kocher geschenkt. (Tankstelle hört sich hier für westliche Leser so modern an, aber ich beschreibe diese mal kurz: Es war eine Art Wendeplatz auf matschigem Untergrund, eine Zapfsäule mittendrin und daneben eine beheizte Blechhütte mit nicht ganz 2 auf 2 Metern.)
Das änderte aber nichts daran, dass ich im Regen noch die restlichen 1.000 Höhenmeter fahren musste, um in den Iran zu kommen. Letztendlich war es aber schön zu fahren, und die Landschaft erinnerte mich doch etwas an die Heimat. Leider haben die Wolken und der Nebel eine schönere Aussicht verhindert.

Ein Abend in Penjwen mit Abdullah
In Penjwen angekommen, der letzten Stadt vor dem Grenzübergang, wollte ich noch schnell etwas essen und Lebensmittel einkaufen. Kaum in einem Restaurant angekommen, wurde ich auch schon von Abdullah zum Essen und gleich darauf dazu eingeladen, etwas die Stadt kennenzulernen und dort zu übernachten.
Da sagte ich natürlich nicht nein und verbrachte einen sehr schönen Tag mit Abdullah und seiner Familie. Ich wurde nochmals zum Essen eingeladen, machte eine Rundtour durch die Stadt und besuchte die Pascha-Moschee mit ihrer frischen Wasserquelle. Nachts besuchten wir noch eine Shisha-Bar und hatten dort viel Spaß.
Sollte nichts weiter dazwischen kommen, geht es morgen aber wirklich in den Iran.








