Wie?! Die Türkei kann auch kalt?

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Die vergangene Nacht war dann doch kälter als gedacht. Als ich mitten in der Nacht vor Kälte aufwachte, zeigte das Thermometer -15°C! Ich zog zwar noch eine Schicht drüber, aber so richtig warm wurde mir nicht mehr – zum Weiterschlafen hat es aber gereicht.

Der nächste Morgen begrüßte mich mit blauem Himmel, einem tollen Mond, viel frischem Schnee und weiterhin Eiseskälte. Beim Bergauffahren wurde mir zwar wieder warm, aber als ich um 11 Uhr am Pass ankam, waren es immer noch -9°C. Zum Glück bekam ich mal wieder einen Tee und Simit (türkisches Gebäck) spendiert.

Frisch gestärkt ging es bergab. Dabei merkte ich mal wieder, dass eine Sonnenbrille als Windschutz gar nicht so verkehrt wäre. Unten angekommen hielt ich noch bei einem Markt an, um getrocknete Früchte (Pestil) und Brot zu kaufen. Prompt wurde ich vom Geschäft gegenüber wieder auf einen Tee eingeladen. Es ist einfach unglaublich, wie gastfreundlich die Menschen in der Türkei sind.

Wenig später neigte sich der Tag schon wieder dem Ende zu. Ich hoffte nur, dass es in der kommenden Nacht nicht ganz so kalt werden würde. Diese Sorge war zum Glück unbegründet. Der Schlafplatz war zwar nicht der schönste, aber da ich mich zum Einschlafen schon deutlich wärmer eingepackt hatte, war die Nacht eigentlich ganz angenehm.

Der nächste Tag verlief ruhig und ohne große Vorkommnisse. Die Landschaft war wieder sehr schön: Es ging lange bergauf und ebenso lange wieder bergab – und es war den ganzen Tag saukalt. Abends am Campspot wechselte ich noch schnell die abgefahrenen vorderen Bremsklötze. Zum Essen gab es mal wieder leckeren Gemüsetopf mit Bulgur. Anschließend verkroch ich mich schnell im Zelt, da es schon vor Sonnenuntergang fast -7°C hatte. Das versprach wieder eine eisige Nacht zu werden.

Für den nächsten Tag standen nur noch 25 km und 300 Höhenmeter auf dem Plan. Mein Ziel war Bayburt, wo ich mich mal wieder in einer Pension einquartieren wollte.

Die Nächte schienen tatsächlich immer kälter zu werden: An diesem Morgen zeigte mein Thermometer -20 Grad an. Ich hatte zwar mit Kälte gerechnet, aber diese Nacht war für meine Ausrüstung dann doch grenzwertig. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Zehen abfrieren – selbst zwei Paar Wintersocken haben da nicht mehr gereicht. Der Rest meines Körpers war dick genug eingepackt, um zumindest nicht zu frieren. Dafür war der Ausblick unbezahlbar: Als ich aus dem Zelt schaute, war keine einzige Wolke am Himmel zu sehen.

Bayburt war schnell erreicht und im Hotel gab es erst einmal eine positive Überraschung: Meine Buchung war nicht angekommen, dafür sollte das Zimmer 5€ billiger sein. Leider war das nur ein Fehler des Mitarbeiters und ich musste den Differenzbetrag am Abend doch noch nachzahlen.

Den Tag nutzte ich, um die Burg von Bayburt zu besichtigen. Von dort hat man einen tollen Ausblick und die Mauern mit ihren eingearbeiteten Fliesen sind wirklich schön anzuschauen. Von der eigentlichen Burg im Inneren ist allerdings nicht mehr viel übrig.

Zum Essen gab es heute mal wieder einen Döner. Dabei kam ich gleich mit den Mitarbeitern ins Gespräch. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass ein anderer Gast zufällig der Besitzer meines Hotels war. Es waren jedenfalls wieder super freundliche Typen und ich werde zum Abendessen bestimmt nochmal dorthin gehen.