An der Grenze angekommen, habe ich mich erst mal wieder aufs Schlimmste gefasst gemacht. Das war aber unbegründet, wurde ich doch gleich durchgewunken und auf georgischer Seite sogar freundlich auf Deutsch begrüßt. Auch die Stimmung auf der Seite Georgiens war eine ganz andere und ich fühlte mich hier auch gleich wohl.

In Sadakhlo, der ersten Stadt in Georgien, konnte ich auch gleich eine neue Simkarte mit unbegrenztem Datenvolumen für 10€ erwerben. Dafür waren die Straßen hier in Georgien aber auch enger. An der Landesgrenze, bei wenig Verkehr, war das noch nicht so schlimm, aber je weiter ich mich von dieser entfernte, desto problematischer wurde der Verkehr, da er immer näher an mich heran gekommen ist.
Lebensmittel kaufte ich am frühen Nachmittag in Marneuli und schlug, kaum außerhalb der Stadt, auch schon wieder mein Lager auf. Der Plan war, erst einmal in Tiflis zu bleiben, um den Rahmen schweißen zu lassen, und dafür musste ich mich zumindest um eine Unterkunft kümmern. Ich bekam noch mehrfach Besuch von ein paar georgischen Cowboys, die mit ihren Viehherden im Schlepptau an mir vorbei ritten, aber ansonsten blieb der Tag ruhig. Ich machte mir auch noch die Hoffnung, über die Berge in die Hauptstadt fahren zu können und nicht die Hauptstraße entlang.
Natürlich klappte das nicht. Alleine die Landstraße, die den Einstieg zum Berg markierte, machte einen überaus holprigen Eindruck und dieser Weg sollte nicht unbedingt besser werden, was mit dem Zustand meines Rads derzeit nicht vereinbar war.

So ging es dann doch an der Hauptstraße entlang weiter bis nach Tiflis. Dort machte ich noch einen Schlenderer durch die Stadt, da ich viel zu früh war, bevor ich im Suzi Hostel ankam.
Nachdem ich es mir bei Suzi bequem gemacht hatte, kam auch erst einmal eine gewisse Art der Lethargie zum Vorschein. Ich hatte keine Lust mehr und wollte erst einmal meine Ruhe von der letzten Strapaze haben, zumindest bevor ich mich darum kümmere.
Der Plan änderte sich also, von kurz Ramen schweißen lassen, zu Winterlager aufschlagen und von hier aus für die nächsten paar Wochen einzelne Touren zu starten und immer wieder zurückzukehren.