In der Türkei führte die Route dann durchgehend über die Autobahn, direkt zwischen Meer und Bergen entlang. Das klingt zwar nett, aber das Wetter war grau, nass, windig und beißend kalt und es war extrem schwer, einen Platz fürs Zelt zu finden. Letztendlich baute ich mein Nachtlager neben einer kleinen Hütte auf einem felsigen Stück Grün auf.

Die Überraschung folgte am nächsten Morgen: Aus der Hütte wurde mir zugewinkt und ich wurde prompt zum Frühstück eingeladen. Es stellte sich heraus, dass ich – ohne es zu wissen – direkt neben einem Warmshowers-Host gecampt hatte!
Bei diesem trüben Wetter ging es dann weiter bis kurz hinter Rize, noch etwa 60 Kilometer von Trabzon entfernt.
Der Weg nach Trabzon war geprägt von Regen und starkem Gegenwind. Glücklicherweise war ich am Tag zuvor länger gefahren und hatte somit heute weniger Kilometer vor mir. Das Hotel, das ich mir ursprünglich ausgesucht hatte, gab es leider nicht mehr. Also ging ich in das Haus gegenüber – das war zwar doppelt so teuer, aber immer noch günstiger als das billigste Angebot auf Booking.
An meinem freien Tag kümmerte ich mich gleich morgens um Bürokratie: Ich holte mein Visum im iranischen Konsulat ab und wollte das E-Visum für Pakistan beantragen. Letzteres habe ich aber vorerst aufgegeben. Der Server schmiss mich so oft raus, dass ich alle Angaben immer wieder neu machen musste, bis ich die Schnauze voll hatte. Am Nachmittag besichtigte ich noch ein wenig die Stadt, war von Trabzon aber nicht sonderlich begeistert.
Danach ging es endlich weiter in die Berge – bei bestem Wetter! 2.600 Höhenmeter standen auf dem Programm. Die Fahrt verlief weitestgehend ereignislos, aber ich genoss das Panorama. Am Nachmittag zog das Wetter jedoch zu und es fing an zu schneien. Zum Glück wurde ich spontan zum Essen eingeladen. Es gab Köfte mit Bohnensalat, dazu Cay und Ayran. Man hätte mich gerne länger dabehalten, aber ich musste weiter, um noch einen Schlafplatz zu finden.

Da das Wetter immer schlechter wurde, schlug ich mein Zelt wenige Kilometer später direkt neben der Straße auf. Aber lieber so, als im Dunkeln durch Schnee und Eis bergab zu fahren.

